Große Chance leider verpasst: Der Grüne Ortsverband in Kappeln zeigt sich tief enttäuscht über das Scheitern des Agri-PV-Projekts in Kappeln
Die Nachricht, dass die geplanten Agri-PV-Anlagen der Kappelner Landwirte Sören Kötting und Dirk Hopmann nicht weiterverfolgt werden, enttäuscht uns als Kappelner Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen zutiefst, auch wenn wir diese Entscheidung der Landwirte nachvollziehbar finden. Als Resultat eines gescheiterten Dialogs mit einer Anwohnerinitiative, die sich gegen das Agri-PV-Projekt gewendet hat, haben die beiden Landwirte bekannt gegeben, ihre Pläne nicht weiter zu verfolgen.
Wir bedauern diese Entscheidung außerordentlich, denn mit dem Scheitern dieses Projekts verliert unsere Stadt wertvolle Chancen: Sie hätte einen großen Schritt hin zur Unabhängigkeit Kappelns von fossiler Energie machen können, sich auf den zu erwartenden Anstieg des Strombedarfs vorbereiten können und dabei die Energieerzeugung mit der heimischen Landwirtschaft verknüpfen können.
Insbesondere ist auch eine weitere sehr bedeutsame Chance vertan: die monetäre Wertschöpfung, von der Kappelner Bürgerinnen und Bürger sowie die Stadt Kappeln profitiert hätten. Ein Faktor, der angesichts der finanziellen Lage Kappelns (wie die nahezu aller Kommunen) von sehr großer Bedeutung ist. Nach Fertigstellung hätten Bürgerinnen und Bürger direkt und ohne Kapitaleinsatz vom Bürgerstromtarif oder dem Strombonus profitiert. Mit Kapitaleinsatz wäre sogar eine Beteiligung am Park möglich gewesen.
Wir haben die Anstrengungen der beiden Landwirte während des Planungsprozesses verfolgt. Sie haben uns mit ihrer Bereitschaft, in allen Punkten umsichtig und konstruktiv auf die Anliegen der Anwohnerinitiative einzugehen, sehr überzeugt. Es ist zutiefst enttäuschend, dass der Dialog letztlich daran scheiterte, dass keine Einigung über die Flächengröße erzielt werden konnte. Die berechtigten wirtschaftlichen Notwendigkeiten der Landwirte wurden nachvollziehbar dargelegt. Es ist schmerzhaft zu sehen, dass ein Kompromiss gescheitert ist, obwohl sich die Landwirte in Bezug auf die Fläche so weit bewegt haben, wie es wirtschaftlich gerade noch vertretbar war.
Dieser Rückzug sollte unserer kommunalen Politik und uns allen eine Warnung sein. Wenn Projekte, die eigentlich einen Gewinn für unsere Stadt und für den Klimaschutz darstellen könnten, nicht umgesetzt werden, weil sie blockiert werden und die Befürworter nicht eindeutiger und mit gut nachvollziehbaren Argumenten Stellung beziehen, verlieren wir alle. Für die Zukunft ist es wichtig, Lösungen zu finden, die über „Entweder ganz oder garnicht“ hinausgehen. Wir möchten daran erinnern, dass Dialoge nicht als Machtkampf geführt werden dürfen. Sie müssen vielmehr als gemeinsame Suche nach tragfähigen Lösungen für Kappeln verstanden werden. Genauso sind aus unserer Sicht die Kappelner Landwirte durch den gesamten Prozess gegangen. Danke dafür!