Gedenkveranstaltung in Schleswig – zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Erinnern heißt handeln – Nie wieder ist jetzt

Am 27. Januar ist der internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Dieser Gedenktag erinnert an alle Menschen, die vom NS-Regime verfolgt und ermordet wurden. Dazu gehören auch die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen. Dabei wurden Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen systematisch entrechtet, deportiert und ermordet. Diese Opfergruppe wird bis heute oft vergessen oder nicht ausdrücklich benannt.

Um 18:00 Uhr beginnt eine öffentliche Gedenkveranstaltung auf dem Capitolplatz in Schleswig. Anschließend gehen die Teilnehmenden gemeinsam zum Alten Kreisbahnhof. Der Alte Kreisbahnhof ist ein historischer Tatort. Von hier aus wurden während der NS-Zeit 705 Menschen mit Behinderungen deportiert. Viele von ihnen wurden später ermordet. An diesem Ort soll ein sichtbares Zeichen des Erinnerns gesetzt werden. Getragen wird die Veranstaltung von einem breiten Bündnis.

Bisher beteiligt sind Parents4Future, VVN-BdA, Krüppel gegen Rechts, DGB, Die Linke, Bündnis 90/Die Grünen, Fridays4Future, Jusos, Grüne Jugend, SSW, Omas gegen Rechts und weitere.

Die Veranstaltung setzt drei Schwerpunkte:

Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus – ausdrücklich auch an die Opfer der NS-„Euthanasie“-Verbrechen, die lange nicht als gleichwertige Opfer anerkannt wurden.

• Die Frage: Wie konnte das passieren? Welche gesellschaftlichen Bedingungen machten diese Verbrechen möglich? Dazu gehören Ausgrenzung, Abwertung, Ableismus, autoritäres Denken und das Schweigen vieler Menschen.

• Der Blick auf heute. Was bedeutet „Nie wieder“ heute? Wie schützen wir Menschenwürde, Inklusion und Solidarität? Und warum braucht es gerade jetzt eine klare Brandmauer gegen Rechtsextremismus? Geplant sind kurze Redebeiträge und ein Gedenkmarsch mit Kerzen. Nach der Kundgebung gehen alle gemeinsam zum Alten Kreisbahnhof. Dort wird ein symbolisches Zeichen für die 705 Opfer gesetzt.

Die Veranstalter*innen sagen: „Die NS-‚Euthanasie‘-Verbrechen waren kein Randthema. Sie zeigen, wohin es führt, wenn Menschen nach ihrem vermeintlichen Wert beurteilt werden. ‚Nie wieder‘ bedeutet heute: Menschenrechte gelten für alle – ohne Ausnahme.“

Alle Menschen sind herzlich eingeladen, an der Gedenkveranstaltung teilzunehmen.

Gemeinsam wollen wir erinnern, Verantwortung übernehmen und heute handeln.

Dienstag
27.01.2026
18:00 – 19:00 Uhr